Bengaluru in all seinen Farben – mit Nidhhi Agerwal

Farbenprächtige Blumenmärkte, knusprige Dosas, spirituelle Rückzugsorte und zeitgenössische indische Mode: Nidhhi Agerwal, die sich selbst als «Bangalore-Enthusiastin» bezeichnet, nimmt uns mit in ihre Heimatstadt.

Bengaluru war für lange Zeit vor allem als Indiens Technologiehauptstadt bekannt. Während unseres Videodrehs mit der indischen Schauspielerin Nidhhi Agerwal begegnete uns jedoch eine Stadt, die sich nicht auf eine einzige Identität reduzieren lässt: schnelllebig und besinnlich, traditionsbewusst und experimentierfreudig, zutiefst urban und überraschend grün.

Entdecke Bengaluru mit Schauspielerin Nidhhi Agerwal | SWISS

 

Bengaluru für alle Sinne
Unsere Entdeckungsreise durch die Stadt begann kulinarisch im Vidyarthi Bhavan, einem traditionsreichen vegetarischen Restaurant in Basavanagudi, einem der ältesten Stadtviertel Bengalurus. Seit 1943 ist das Restaurant vor allem für seine Masala Dosas bekannt: knusprige, crêpeähnliche Fladen aus fermentiertem Reis- und Linsenteig, gefüllt mit gewürzten Kartoffeln und serviert mit Chutney. Ebenso unverzichtbar ist der kräftige südindische Filterkaffee, der dampfend heiss eingeschenkt wird. Im Film erhielt dieses lokale Kaffeeritual eine unverkennbare SWISS Note: Ein Stück unserer beliebten Schokolade schmolz im heissen Kaffee und verband Zürich und Bengaluru auf genussvolle Weise. Direkt vor der Tür erwartete uns die Gandhi Bazaar Street mit dicht gedrängten Ständen voller Früchte, Gemüse und Blumen.

 

Auf dem KR Flower Market, dem grössten Blumenmarkt der Stadt, füllen Blumengirlanden, lose Blüten und Berge von Ringelblumen das Bild mit Orange, Gelb, Weiss und Rot. Hier zeigte sich Bengaluru von seiner farbenprächtigsten Seite – geprägt von geschäftigen Händen, ständiger Bewegung und einer scheinbar unerschöpflichen Farbenfülle.

Von Bewegung zur Stille
Rund um die Church Street und die Brigade Road offenbarte die Stadt eine weitere Facette. Buchhandlungen, Cafés, Geschäfte und nicht abreissende Passantenströme stehen für Bengalurus junge, urbane Energie. Der Dialog zwischen Tradition und Moderne setzte sich bei unserem Besuch mit Nidhhi in der Boutique von Tarun Tahiliani fort. Der renommierte indische Designer verbindet traditionelles Kunsthandwerk mit fliessenden, zeitgenössischen Silhouetten – ein Ansatz, der hervorragend zu dieser zukunftsorientierten Stadt passt.

Ein weiteres Zusammenspiel von Tradition und Moderne wird besonders lebendig, als Nidhhi gemeinsam mit vier Bharatanatyam-Tänzerinnen zu sehen ist. Präzise Fussarbeit, symbolreiche Handgesten und ausdrucksstarke Mimik verbinden sich in dieser klassischen südindischen Tanzform zu einer Sprache aus Rhythmus und Emotion.

Nach dem Verkehr, dem Lärm und dem faszinierenden Chaos der Strassen bot der Lalbagh Botanical Garden Raum zum Durchatmen. Seine Wege führen durch tropische Pflanzenwelten, über offene Rasenflächen und vorbei an altehrwürdigen Bäumen – eine Oase der Ruhe, die daran erinnert, warum Bengaluru bis heute als Indiens «Garden City» gilt.

Dieses Gefühl der Stille vertiefte sich im Circle Maramma Temple, wo die Rituale einen persönlichen Einblick in das spirituelle Leben der Stadt gewährten. Unsere Reise endete ausserhalb des Stadtzentrums am Sadhguru Sannidhi der Isha Foundation nahe Chikkaballapura. Dort, eingebettet in die Landschaft nördlich von Bengaluru, verlieh der 34 Meter hohe Adiyogi dem Film sein Schlussbild: Stille von monumentaler Dimension.

Eine besondere Heimkehr
Nidhhi Agerwal kennt die vielen Seiten Bengalurus aus eigener Erfahrung. Die Schauspielerin und ausgebildete Tänzerin wuchs hier auf und studierte Betriebswirtschaft an der Christ University. 2017 gab sie an der Seite von Tiger Shroff in Munna Michael ihr Hindi-Filmdebüt. Später etablierte sie sich auch im Telugu- und Tamil-Kino. Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählt der kommerziell erfolgreiche Film iSmart Shankar.

Ihre Arbeit führt Nidhhi heute durch ganz Indien, doch Bengaluru bleibt ihr Zuhause. Hier lebt ihre Familie, und wann immer es ihr Terminkalender zulässt, kehrt sie zurück, um Zeit mit ihren Liebsten zu verbringen. Umso besonderer war es für sie, mit uns erstmals in ihrer Heimatstadt zu drehen. Unsere Produktion wurde damit zu einer Premiere und zugleich zu einer freudigen Heimkehr. Nidhhis Vertrautheit mit Bengaluru gab auch uns einen persönlichen Blick auf die Stadt und liess sie uns durch die Augen einer Frau erleben, die von Bengaluru zutiefst geprägt wurde.

Text: Oliver Lips
Bilder und Videos: Linus von Stumberg, Gaétan Nicolas, Hannes Cullum (Mcqueen Films)
Publiziert am 06.10.2026

 

 

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